















Im Zentrum von Chawan Cabinet steht eine Gruppe von Keramikkünstlern, deren Praxis eine tiefe Auseinandersetzung mit Tradition, Experiment und materieller Intelligenz widerspiegelt: Shion Tabata, Taira Kuroki, Yuichi Hirano, Koichi Ohara und Theaster Gates. Gemeinsam bilden sie eine Konstellation unterschiedlicher, aber miteinander verbundener Ansätze.

Yuichi Hirano gilt als einer der frühen Vertreter zeitgenössischer japanischer Drehtechniken. Als legendäre Persönlichkeit in Tokoname schlägt er eine Brücke zwischen Industrie, Handwerk und konzeptuellem Schaffen. Sein weitläufiges Atelier entlang des historischen Töpferwegs vermittelt unmittelbar eine Vision, die Vergangenheit und Zukunft verbindet. Als Nachkomme einer Familie, die den städtischen Noborigama-Ofen betreute, spiegelt sein Atelier die enge Verbundenheit der Familien Tokonames sowie die generationenübergreifende Entwicklung des großen Stufenofens wider. Hirano nutzt das Feuer, um vielschichtige und nuancenreiche Oberflächen zu schaffen. Seine Gefäße sind zurückhaltend und drängen sich nie in den Vordergrund, besitzen jedoch eine außergewöhnliche Ausdruckskraft. Sein Werk und Vermächtnis würdigen ein langes und einflussreiches Leben im Dienste der Keramik.

Taira Kuroki repräsentiert eine neue Generation hochqualifizierter Keramiker im Bereich funktionaler Gebrauchskeramik. In dem Familienatelier unweit von Kyoto konzentriert er sich vor allem auf Servicegeschirr. Vorwiegend mit dem Elektroofen arbeitend, schafft er einige der feinsten Keramiken der Region Kyoto. Für das Chawan Cabinet Project entwickelte er eine Serie von Sake-Gefäßen in einem leuchtenden Grün, das an die historische Oribe-Glasur erinnert. Mit einer Sensibilität, die an einen großen Porzellanmeister erinnert, liegt seine Stärke sowohl in der Leichtigkeit seiner Arbeiten als auch in der Feinheit ihrer Formen. Sein Atelier verkörpert eine perfekte Balance zwischen Funktionalität und gestalterischer Raffinesse.

Koichi Ohara zeichnet sich durch einen zutiefst experimentellen und interdisziplinären Zugang zur Keramik aus. Mit einem Hintergrund in Physik verbindet er wissenschaftliche Präzision mit einem starken Engagement für Forschung und Experiment. Durch den Einsatz ungewöhnlicher Materialien wie zerkleinertem Kies, Asphalt, Glas und Steinen aus der unmittelbaren Umgebung seines Ateliers entwickelt er eine einzigartige keramische Sprache, die eng mit ihrem Entstehungsort verbunden ist. Sein Arbeitsprozess ist einzigartig, unvorhersehbar und bewegt sich in einem Bereich, der an Alchemie erinnert. Seine Mitwirkung an diesem Projekt spiegelt eine über zwanzig Jahre währende Geschichte gemeinsamer Forschung und Zusammenarbeit wider.

Shion Tabata gehört zu den jüngsten Stimmen ihrer Generation und verfolgt eine Praxis, die auf dem Studium und der Neuinterpretation von Tradition beruht. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Konzept des Utsushi: die Rekonstruktion historischer Meisterwerke als Hommage an die Meister der Vergangenheit. Durch konsequente Wiederholung und disziplinierte Übung hat sie eine außergewöhnliche Sensibilität für bedeutende regionale Traditionen wie Iga, Karatsu, Bizen und Oribe entwickelt. Ihr Ansatz unterstreicht die Bedeutung von Tradition und Disziplin als Ausdruck von Respekt und eröffnet zugleich unerwartete Wege, Tradition weiterzuentwickeln.

Theaster Gates ist ein Künstler, dessen Praxis im konzeptuellen Formalismus, in der Skulptur, Raumtheorie, Land Art und Performance verwurzelt ist. Als Bildhauer und Stadtplaner ausgebildet, setzt er sich in seiner Arbeit mit dem Begriff des Black Space als formaler Praxis auseinander, geprägt von kollektivem Begehren, künstlerischer Handlungsfähigkeit und pragmatischen Strategien. Seit seinem Keramikstudium in Tokoname im Jahr 2004 bildet Ton einen zentralen Bestandteil seiner Praxis. Für Gates ist Ton eine Metapher für seine Fähigkeit, seine Welt zu formen und die Intelligenz der Hand auf den Geist zu übertragen. Seine jüngeren Gefäße setzen diese Würdigung von Ton und Handwerk fort und verbinden konzeptuelle Ansätze mit dem physischen Akt des Machens.











































