Prada Rong Zhai presents ‘Roma: 1950 – 1965’

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Prada Rong Zhai präsentiert „Roma: 1950-1965“ Eine Ausstellung organisiert von der Fondazione Prada

Die von Germano Celant kuratierte Ausstellung „Roma 1950-1965“ erforscht das blühende künstlerische und kulturelle Klima, das sich in Rom direkt nach dem 2. Weltkrieg entwickelte und bis in die frühen 1960er-Jahre hinein Bestand hatte.

In diesen Jahren waren Italien und der Rest der Welt mit den Verwüstungen nach dem Krieg beschäftigt, dessen Trümmer als Ausgangsmaterial nicht nur für den Wirtschaftsaufschwung in den 1960er-Jahren und die schnelle Industrialisierung dienten, sondern auch für künstlerische Bewegungen, die sich durch eine radikale Erneuerung der Sprachen der Kunst auszeichnete.

Im November 1950 veröffentlichte der Künstler Mario Ballocco einen Artikel unter dem Titel „Gruppo Origine“ in dem Magazin AZ, in dem er das Programm der gleichnamigen Gruppe absteckte, die er zusammen mit Alberto Burri, Giuseppe Capogrossi und Ettore Colla gegründet hatte. Die Eröffnungsausstellung sollte im Januar 1951 in ihrer Galerie stattfinden. Burris Präsenz war entscheidend für die Bekräftigung einer Ausrichtung, die sich auf die Konsolidierung einer Auffassung von Kunst bezog, die auf ein ideales und weltliches menschliches Modell verwies. Seine Gemälde ab 1948 waren bedeckt mit Abschürfungen und Rissen, Stücken und Löchern, Flecken und Moder und Narben die, erneut zusammengefügt, eine erodierte Haut bildeten.

Ebenso glaubte Ettore Colla an die Kraft der Materialien, die von „unten“ kamen und die er zwischen industriellen Relikten entdeckte. Er verwendete sie für seine Skulpturen, um deren bildhafte Ausdruckskraft freizusetzen. Er riss die Teile aus ihrer Obsolenz und tauchte sie in ein ästhetisches Feld voller Figuren und Kontaminierungen, die wie magische Überraschungen und als Gegengift für eine Konsumgesellschaft funktionierten, die sich selbst von verbrauchten Elementen im Namen einer konstanten, entfremdenden Produktion befreite.

Die Generation, die Burri und Colla folgte, war die Forma Group, die am 15. März 1947 in Renato Guttusos Studio in der Via Margutta 48 in Rom gegründet wurde. Carla Accardi, Ugo Attardi, Pietro Consagra, Piero Dorazio, Mino Guerrini, Achille Perilli, Antonio Sanfilippo, und Giulio Turcato unterzeichneten alle das Manifest, das die Gruppe im April anlässlich der ersten Ausgabe eines Magazins namens Forma 1 veröffentlichte, und der Name der Gruppe ist nun bekannt durch die Präsentation einer Poetik, deren Form zugleich Mittel und Zweck ist.

Studios, speziell jene, die eins neben dem anderen in der Via Margutta und Villa Massimo entstanden, waren wichtige Treffpunkte für diese Künstler.

Arti Visive (Visuelle Künste), L’Esperienza Moderna (Die moderne Erfahrung) und Civiltà delle Macchine (Maschinenzivilization) waren Magazine, die zusammen mit Galerien wie L’Age d’Or – unter der Leitung von Dorazio und Perilli –, The Art Club oder La Tartaruga das schlagende, kreative Herz jener Zeiten darstellten. Bars und Cafés wie Il Caffè Rosati an der Piazza del Popolo wurden zu Symbolen des Ideenaustauschs zwischen Künstlern und Intellektuellen.

Die Gruppo degli Otto (Gruppe der Acht), gefördert von dem Kunstkritiker und Historiker Lionello Venturi, ebenso wie Forma 1, Origine und Fronte Nuovo delle Arti (um nur einige zu nennen) waren einige der Gruppen und Bewegungen - hauptsächlich aus Rom -, aus denen Persönlichkeiten hervorgehen sollten, die wichtig für die Entwicklung der italienischen Kunst in den nachfolgenden Jahrzehnten sein würden.

In jenen Jahren war Rom eine Stadt mit dem starken Wunsch, das Leben voll auszukosten und seine Schönheit zu genießen, ein Gefühl, das in Federico Fellinis Film La Dolce Vita von 1960 gut dargestellt wurde. Diese Umgebung zog nicht nur Künstler und Intellektuelle wie Alberto Moravia, Ennio Flaiano und Pier Paolo Pasolini an (die auch Drehbücher für Filme schreiben sollten, die in Italiens Hollywood Cinecittà produziert wurden), sondern auch Schauspieler, Regisseure und große internationale Filmproduktionen.

„Roma 1950-1965“ ist im Prada Rong Zhai vom 23. März bis zum 27. Mai 2018 für das Publikum geöffnet. Die Eintrittskarten kosten 45 RMB. Jede Eintrittskarte hat einen spezifischen QR-Code und gilt nur für das gewählte Zeitfenster. In den Ausstellungsräumen darf sich gleichzeitig nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern aufhalten.

 

Alberto Burri

Rosso plastica
(Rote Plastik)
1962

Plastic, acrylic and polyvinyl
acetate glue on canvas
81 x 100 cm
© Fondazione Palazzo Albizzini Collezione Burri, Città di Castello – by SIAE 2018

 

Carla Accardi

Scissione orizzontale
(Horizontal Spalt)
1961

tempera and casein
on canvas
110 x 150 cm

 
 
 

Afro Basaldella

Cronaca nera
(Schlagzeilen)
1951

mixed media
on canvas
144.5 x 174.5 cm

 

Mirko Basaldella

Sacerdote
(Priester)
1967

wood
84 x 34 x 34 cm

 

Ettore Colla

Rilievo legno e ferro
(Holz- und Eisenrelief)
1961

Wall-mounted assemblage
of iron and wood
121 x 95 x 20 cm

 

Pietro Consagra

Colloquio romano, 1958
(Römisches Gespräch)
1958

Bronze
30.5 x 35 x 3 cm

 

Nino Franchina

Ala rossa
(Roter Flügel)
1951

Polychrome sheet
metal
380 x 60 x 60 cm

 
 

Gastone Novelli

House of Flowers
(Haus der Blumen)
1963

mixed media
on canvas
200 x 200 cm

 

Antonio Sanfilippo

Nucleo
(Kern)
1957

tempera on canvas
70 x 61 cm



 

Toti Scialoja

Impronte nere
(Schwarze Abdrücke)
1960

oil and sand
on canvas
130 x 160 cm

 
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